Mit Goethe im Rheingau

300_goethe_zwei_P1060008Auf Goethes Spuren wandelten 25 Sektionsmitglieder am 12. Oktober im Rheingau. Bei der vierten Themenwanderung unserer Sektion erzählte Matthias Weber viel Interessantes zu Goethes Aufenthalten in Wiesbaden und im Rheingau in den Jahren 1814 und 1815. Der Wein spielte dabei – wie könnte es bei Goethe anders sein – natürlich auch eine wichtige Rolle. Und da auch das Wetter mitspielte, konnte man viele zufriedene Gesichter sehen. Hier der Bericht von Georg Rick:

Ein flüchtiger Beobachter hätte die aus 25 Personen bestehende, teils bis an die Zähne mit Wanderutensilien „bewaffnete“ Gruppe, die sich an einem grauen Oktobersonntag im Wiesbadener Hauptbahnhof versammelte, für eine militärische Eliteeinheit halten können. Die durchtrainierten Körper und die entschlossenen Blicke taten ein übriges, um diesen Eindruck zu verstärken.

Wären da nicht die Embleme des DAV an so manchen Rucksäcken und die bei vielen Partizipanten schon recht angegrauten Haare gewesen! In der Tat machte sich eine Wiesbadener DAV-Truppe unter Führung von Matthias Weber auf den Weg, um einige Orte aufzusuchen, die Goethe auf seinen Reisen durch den Rheingau vor genau 2oo Jahren visitiert hatte.

Zunächst ging es per Bahn und Bus nach Hallgarten, von wo die eigentliche Wanderung nach Winkel über Schloss Vollrads und Schloss Johannisberg begann. Immer mal wieder machten wir eine kurze Pause, um Matthias andächtig zuzuhören, der Interessantes über Goethes „Fußspuren“ im Rheingau zu berichten wurde.

300_goethe_P1060005Für freudige Überraschung sorgte dann eine Kiste 2011er Winkeler Hasensprung, die wir plötzlich und ganz unverhofft (!?) am Wegesrand fanden. Leider mussten wir dann doch nach einer kurzen Pause weiter. Goethe hätte sich sicher bei ähnlicher Gelegenheit mit seinem 1811er Hasensprung, den er mit Vorliebe bei seinen Aufenthalten in dieser Gegend trank, mehr Zeit genommen.

Trotzdem erreichten auch wir gestärkt und leicht erheitert ob des guten Rheinweines schließlich unser eigentliches Ziel: das Brentanohaus in Winkel. Frau von Brentano, eine späte Nachkomme der Brentanos, bei denen Goethe regelmäßig verkehrte, wenn er im Rheingau weilte, führte uns durch die Räume des leider in ziemlich maroden Zustand befindlichen Hauses.

300_goethe_drei_P1060015Goethe war ein durchaus nicht einfach zu nehmender Gast, wie uns Frau von Brentano erklärte, und ob seinem Kommen freudiger entgegengefiebert wurde als seinem Gehen, wage ich nach den Ausführungen der Frau von Brentano zu bezweifeln.Jedenfalls waren ihre Anmerkungen so interessant, dass sich der eine oder andere von uns sicher wieder einmal dem Phänomen Goethe zuwenden wird, hatte ich den Eindruck.

Nach all diesen Eindrücken konnten wir uns schließlich im Gutsausschank Hamm leicht verdaulicherer Kost in aufgeheiterten Runde zuwenden und den schönen Tag bei einem finalen Glas Rheingauwein ausklingen lassen. Danke, Matthias. Es war ein unvergessliches Erlebnis!

Bericht: Georg Rick, Bilder: Ulrich Weber