Nur trinken muss man noch selbst – Wanderbuch „Fränkisches Weinland“

Das Vorwort mit der Bemerkung zu beginnen, Goethe hätte den Frankenwein besonders geschätzt, ist nicht sonderlich originell. Denn welche Weinlage hat der trinkfreudige Dichterfürst nicht wortreich gepriesen? Viel aussagekräftiger ist da schon die Selbstvorstellung der Autoren Gerhard Heimler und Wolfgang Schmieg als „zwei weinfreudige Wanderer oder wandernde Weinfreunde – ganz wie man will“.

Mit dem Weinwander-Führer „Fränkisches Weinland“ haben sie ein umfangreiches Werk vorgelegt, dessen Genauigkeit und Detailfreudigkeit kaum Wünsche offen lässt. 50 Wandertouren werden beschrieben zwischen Fränkischer Saale im Norden und Taubertal im Süden, zwischen Spessart im Westen und dem Aischgrund im Osten. Von kurzen Spaziergängen im Weinberg bis zu ausgedehnten Tagestouren von Weinort zu Weinort ist für jeden Geschmack und jede Kondition etwas geboten, wobei die meisten Touren eher für den gemütlichen Spaziergänger geeignet sind und nicht für den sportlichen Wanderer.

Aber die Bewegung ist hier auch mehr Mittel zum Zweck – nämlich dem Weingenuss. Zu jeder Tour gibt es neben den üblichen Daten wie Weglänge und Höhenunterschied auch ausführliche Einkehrtipps. Dazu viele Hintergrundinformationen über geologische, kulturelle und landschaftliche Besonderheiten – und natürlich über alle Facetten des Weinbaus.

„Die gebürtigen Franken Gerhard Heimler und Wolfgang Schmieg haben für dieses Wanderbuch die schönsten Wege zum Wein entdeckt und so manchen Tropfen verkostet“, heißt es im Pressetext des Bergverlags Rother. Der Leser glaubt das sofort. Und als Krönung gibt es auch noch ein Grußwort der amtierenden Fränkischen Weinkönigin. Das Buch ist ein großes Erlebnis für Weinfreunde – alle anderen bekommen bereits beim Lesen einen Brummschädel.

Matthias Weber

 

Gerhard Heimler, Wolfgang Schmieg: Weinwandern Fränkisches Weinland mit Taubertal, Rother Wanderbuch, 260 Seiten, 16,90 Euro, ISBN 978-3-7633-3167-3, Bergverlag Rother, März 2018